Magnus Eco Concepts

Magnus Eco Concepts

Vertrauensvolle Zusammenarbeit und Partnerschaften auf Augenhöhe sind ein wichtiger Teil unseres Nachhaltigkeitsgedankens. Welche positiven Effekte eine so gelebte Partnerschaft für beide Seiten haben kann, zeigt die gemeinsame Geschichte unsere indischen Palmblatt-Produzenten Magnus Eco Concepts und Bionatic.

Im Jahr 2011 fanden wir durch einen glücklichen Zufall einen Produzenten von Palmblatt-Geschirr namens Magnus Eco Concepts (MEC) auf einer Handelsplattform im Internet. MEC bestand damals aus den Brüdern Satheesh und Nanda Kumar. Bionatic hatte drei Mitarbeiter. Es wurden E-Mails hin und her geschrieben und schließlich bestellten wir einen 20-Fuß-Container mit Palmblatt-Tellern. Gegen Vorkasse. Ohne uns jemals persönlich kennengelernt zu haben. Wir schenkten Vertrauen und es wurde uns zurückgegeben. Die Ware erreichte Bremen, die Qualität war die beste, die wir je in Händen hielten. Wir hatten unseren Palmblatt-Lieferanten gefunden.

Nanda & Satheesh Kumar

Gemeinsames Wachstum

Schnell erhöhten wir das Auftragsvolumen und bald meldete sich Satheesh bei uns, um uns mitzuteilen, dass seine Produktionskapazitäten am Ende sind. Ganz europäisch schlugen wir vor, dass er von einem Ein-Schicht-System auf ein Zwei- oder Drei-Schicht-System umstellen und so seine Produktion erhöhen könne. Die Antwort aus Indien ließ nicht lange auf sich warten. Sie lautete: Nein. Nach einigen Rückfragen erklärten die Brüder Kumar, dass in der Produktion ausschließlich Frauen arbeiten, die zum größten Teil Mütter sind. Spät- und Nachtschichten seien deshalb ausgeschlossen. Ihre Mitarbeiterinnen könnten arbeiten, wenn die Kinder in der Schule oder der Tagesbetreuung sind. Tagsüber. Und nur dann. Die einzige Lösung bestand darin, mehr Maschinen anzuschaffen und weitere Mitarbeiter einzustellen. Gemeinsam mit den Brüdern Kumar investierte Bionatic in den Ausbau der Infrastruktur und in den folgenden Jahren bauten wir die Produktion gemeinschaftlich immer weiter aus.

Aus Geschäftspartnern werden Freunde

2013 besuchten wir MEC zum ersten Mal und lernten Satheesh und Nanda persönlich kennen. Die Brüder hatten eine Manufaktur aufgebaut, die unsere Erwartungen in jeder Hinsicht übertraf. Klar definierte Prozesse, durchdachte Arbeitsabläufe, ein absolut kompromissloses Qualitätsdenken und Produktionsmaschinen, die ihresgleichen suchen, sind nur einige Dinge, die wir so nicht erwartet hatten. Der Ingenieur Satheesh entwickelt die von ihm konstruierten Maschinen, die aus einem Palmblatt das Palmblatt-Geschirr fertigen, stets weiter. Und wir können ohne zu übertreiben sagen, dass MEC mit dem modernsten Maschinenpark in der gesamten Branche arbeitet und damit Palmblatt-Geschirr von Top-Qualität fertigt.

Magnus Eco Concepts Teamfoto
  • Social Entrepeneur

Doch Produktqualität und eine moderne Manufaktur ist nicht alles. Ebenso wichtig sind die Arbeitsbedingungen für die – überwiegend  weiblichen – Mitarbeiter vor Ort. Und auch in diesem Punkt übertreffen Satheesh und Nanda auch heute noch unsere Erwartungen. Damit ihre Mitarbeiterinnen sicher zur Arbeit und wieder nach Hause kommen, kaufte MEC einen Bus und stellte einen Fahrer ein. Dieser holt die Arbeiterinnen nun jeden Morgen ab und fährt sie nach Arbeitsende wieder nach Hause. Kostenlos.
Auf einem Stück Land betreiben die Brüder mit einigen Mitarbeitern natural farming. Sie bauen Obst und Gemüse an und geben die Ernte an ihre Mitarbeiter weiter, um sicherzustellen, dass sie gesunde Nahrungsmittel haben. Für die frischen Lebensmittel darf jeder das bezahlen, was er oder sie für angemessen hält. Gewinne werden dadurch nicht erzielt.

Kostenlose Kinderbetreuung

Unser ganz persönliches Highlight ist ein Projekt, von dem wir eher nebenbei erfahren haben. Für jedes Kind einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters, pflanzen Satheesh und Nanda einen Teakbaum. Die Familien kümmern sich um den Baum und dürfen ihn nach 15 Jahren fällen. Das Holz wird verkauft und die Familien erhalten den Erlös, um damit die Ausbildung ihres Kindes zu finanzieren.
Mittlerweile arbeiten bei MEC 180 Frauen und Männer. Und weil viele davon kleine Kinder haben, deren Betreuung tagsüber nicht immer gewährleistet ist, haben Satheesh und Nanda im Frühjahr 2018 neue Räumlichkeiten gebaut. In diesen befindet sich ein kleiner Kindergarten. Zwei Betreuerinnen kümmern sich dort während der Arbeitzeit um den Nachwuchs der Angestellten. Und die bezahlen dafür? Genau. Nichts.
Nanda Kumar mit Palmblättern

Faire Arbeitsbedingungen

Hier könnte die Geschichte enden. Aber es gibt noch mehr zu erzählen. Denn auch die Arbeitsbedingungen bei MEC sind einen Absatz in diesem Text wert. Viele Produktionsstätten in Indien bezahlen ihren Arbeitern Akkordlöhne. MEC nicht. Hier werden Stundenlöhne bezahlt, die dazu noch über dem üblichen Durchschnitt liegen. Die Mitarbeiter erhalten bezahlten Urlaub und sind krankenversichert. Gearbeitet wird in Acht-Stunden-Schichten an sechs Tagen in der Woche. Überstunden werden doppelt entlohnt. Und auch in Punkto Arbeitssicherheit machen Satheesh und Nanda keine Kompromisse. Regelmäßige Schulungen im sicheren Umgang mit den Maschinen und das Verhalten in Notfällen gehört ebenso zum Programm wie angemessene Arbeitskleidung und unangekündigte Feueralarmübungen.

BSCI-geprüft

Geregelte Arbeitszeiten, faire Entlohnung, sichere Arbeitsbedingungen und ein umfassendes Sozialpaket? Das alles klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch im Laufe der Jahre ist aus einer Partnerschaft zwischen zwei Unternehmen eine Freundschaft zwischen den Menschen geworden, die diese Unternehmen führen. Wir besuchen uns mehrmals im Jahr und überzeugen uns immer wieder davon, welche vorbildlichen sozialen Bedingungen bei MEC herrschen. Aber wir verstehen, dass unser Wort alleine vielleicht nicht jedem reicht. Muss es auch nicht, denn wir haben alles schwarz auf weiß. In regelmäßigen Abständen werden bei MEC Audits von unabhängigen Prüfeinrichtungen durchgeführt. Geprüft wird nach den strengen Kriterien des BSCI-Standards. MEC hat jedes dieser Audits bestanden – letztmalig im April 2019. Alles andere hätte uns wirklich überrascht.

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